San Francisco zu Fuß

Wie beginnt man den ersten Tag in den USA am besten? Natürlich mit Pancakes, Ahornsirup, Rührei und tonnenweise Speck – je fettiger desto besser versteht sich. Nach einer Stunde in Lori’s Diner, einer städtischen Restaurant-Kette im 50er Jahre-Stil, sind wir glücklich, beseelt und vor allem pappsatt. Dafür habe ich den wohl besten Pancake meines Lebens verdrückt. Na gut, es waren zwei. Wer sich jemals vor den Türen einer der fünf Filialen wiederfinden sollte: unbedingt reingehen!

Lori's Diner in der Mason Street
Lori’s Diner in der Mason Street
Pancakes
Pancakes in Lori’s Diner

Mehr rollend als laufend erkunden wir den ersten Teil der Stadt zu Fuß. Bei Sonnenschein lassen wir uns einfach durch die Straßen treiben und den Flair der Stadt auf uns wirken. Dass wir unbewusst genau die richtige Route genommen haben, um die wichtigsten Hotspots im Stadtinneren zu entdecken, bemerken wir erst später.

Unsere Route
Unsere Route

Wir starten an der Powell Street, die sich vom Union Square aus Richtung Norden erstreckt.

Powell Street, Union Square

Von hier starten zwei Routen der berühmten Cable Cars und sofort zeichnet sich ab, warum man San Francisco die berühmte Hügelstadt nennt. Wir nehmen die Herausforderung an und werden am oberen Ende der Straße mit einem tollen Ausblick belohnt:

Der Ausblick Powell Street Richtung Union Square
Der Ausblick Powell Street Richtung Union Square

Transamerica Pyramid

Von hier sieht man außerdem die Transamerica Pyramid, ein Wahrzeichen der Stadt und mit 260 Metern (noch) das höchste Gebäude San Franciscos.

California Street

Natürlich darf auch ein Stop an der California Street nicht fehlen 🙂

Notre Dame of San Francisco

An deren Ecke zur Jones Street steht auch die Grace Cathedral. Die Ähnlichkeit der Nôtre Dame von San Francisco mit ihrem französischen Gegenpart ist nicht von der Hand zu weisen. Die Fensterrosette über dem Eingang wurde sogar extra in Frankreich angefertigt und importiert. In dieser anmutigen Kathedrale predigte unter anderem auch Martin Luther King

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Nob Hill

Wir befinden uns in Nob Hill, einem kleinen Stadtteil, der aufgrund seiner säuberlich gepflegten Straßen und schicken Häuser liebevoll auch „Snob Hill“ genannt wird. Tatsächlich fühlt man sich auf einem Spaziergang durch die Straßen wie in der kalifornischen Schickeria.

Entlang der Hyde Street spazieren wir noch vollkommen einsam und entspannt, finden uns am Ende der Straße aber plötzlich in einem Rudel Touristen wieder: Wir haben die Lombard Street erreicht.

Lombard Street

Die „most crooked street in the world“ windet sich an einem der Hügel in zahlreichen Kurven auf eine Kreuzung. Es sind wohl die berühmtesten Kurven der Stadt, denn die Autos reihen sich hier hintereinander und warten darauf, im Schneckentempo herunterschleichen zu dürfen. Für Fußtouristen bietet sich ein anderer Reiz: Die Straße wird von wunderschönen und penibel gepflegten Häuschen mit noch imposanteren Blumenbeeten, -ranken und Vorgärten eingerahmt. So entsteht trotz Andrang, Autoschlange und Trubel ein einladendes Großstadt-Idyll.

Hat man die engen Kurven des kurzen Straßenabschnitts hinter sich gelassen, verläuft die Lombard Street im üblichen Auf- und Abwärts bis hin zum Telegraph Hill. Dort steht der Coit Tower und wacht über Downtown. Von hier aus bietet sich außerdem ein toller Blick auf die Golden Gate Bridge. Eigentlich. Unsere Geduld wird auf die Probe gestellt, denn die Brücke versteckt sich – wie wohl fast jeden Tag – hinter einer dichten Dunstschicht. Man muss Glück haben, so wird uns erklärt, wenn man die Brücke überhaupt irgendwann im Ganzen zu Gesicht bekommen will. Hoffen wir also mal, dass der Wettergott in den kommenden beiden Tagen irgendwann für zumindest wenige Minuten mit uns ist…

Coit Tower, Telegraph Hill
Coit Tower, Telegraph Hill
Aufstieg zum Telegraph Hill
Aufstieg zum Telegraph Hill

Aber wir werden mehr als nur ein wenig versöhnt: Denn statt des herbeigesehnten Blicks auf die Golden Gate Bridge, bietet sich uns ein anderer, aber nicht minder toller Ausblick. Die Bay Bridge, die Oakland mit San Francisco verbindet, zeigt sich uns von ihrer schönsten, sonnigsten und beeindruckendsten Seite. Wir sitzen hier eine ganze Weile, genießen die Weite und ruhen uns von dem bisher sehr hügeligen Fußmarsch aus.

Bay Bridge

Bay Bridge

Nach kurzer Verschnaufpause entdecken wir ein weiteres Idyll inmitten der Siedlungen: die Filbert Steps bahnen sich den Weg durch die grün bewachsenen und bunt blühenden Hintergärten hindurch bis runter zum Marina District. Kleine Pfade führen von den hölzernen Stufen ab zu den privaten Gartentürchen. Die Anwohner grüßen freundlich und freuen sich über die bewundernden Blicke auf ihre Oasen. Auch hier sind mehrere Menschen und Touristen unterwegs, doch die friedliche Ausstrahlung dieses Ortes scheint allen Trubel zu verschlucken.

Filbert Steps

Großstadt-Idyll Filbert Steps
Großstadt-Idyll Filbert Steps

Die Stufen enden am Levi’s Plaza, an den sich der große Store in der Market Street anschließt. San Francisco ist die Heimatstadt des Jeans-Unternehmens.

Levi's Plaza
Levi’s Plaza

Von der Market Street aus erreichen wir über die Jackson Street sowie die Columbus Avenue (eine tolle Straße, mit zahlreichen Läden und Restaurants, die sich quer durch die Stadtteile North Beach und Chinatown erstreckt) Chinatown. Dieser Stadtteil sieht aus wie in jeder anderen amerikanischen Stadt auch: viele Souvenir- bzw. Ramschläden, chinesisches Fastfood, zahlreiche hübsche Wandmalereien und Großstadtlärm.

Chinatown

Chinatown

Ein Hingucker: Die winzige Filiale der East West Bank in einem traditionellen Bauwerk, das zwischen den großen Nebenhäusern fast nicht zu sehen ist:

Chinatown

Wir verlassen Chinatown durch das von Touristen umlagerte Tor und bahnen uns unseren Weg durch das Bankenviertel zurück zum anliegenden Union Square, wo wir unseren Spaziergang morgens begonnen haben. ­

Als wir an unserem Ausgangspunkt ankommen, sind wir knapp vier Stunden gelaufen und haben insgesamt 4,6 Meilen zurückgelegt. Die Füße sind platt und die Mägen knurren. Deshalb gibt es erstmal etwas zu essen, bevor wir Runde 2 starten: San Francisco via Cable Car!

bucket-list

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